








Spi Haus
Casa SPI wurde für die Familie Spinelli in San José de la Montaña, Heredia, in über 1600 Metern Höhe auf einem dicht bewachsenen Grundstück in einem kalten Bergklima entworfen. Das Projekt ist der Höhepunkt von Beers geometrischer Feldstrategie – der Arbeit, in der seine jahrzehntelange Forschung über Feldgeometrie als Entwurfswerkzeug ihren vollsten Ausdruck fand und die er als diejenige betrachtete, die den Mängeln der Moderne nach seinen eigenen Vorstellungen am nächsten kam.
Das Design leitet sich von der Drehung von sieben Quadraten ab, die aus Beers Studie der Geometrie griechischer Theater stammen. Zwei gleich große Quadrate, die jeweils um vierzigfünf Grad zueinander gedreht sind, bilden das Grundfeld – die Pauta –, das die gesamte Komposition bestimmt. Die Wohn- und Essbereiche nehmen den Schnittpunkt dieser gedrehten Quadrate ein, und von ihren Seiten, Scheitelpunkten und Schnittpunkten aus wird der Rest des Hauses projektiert. Die geometrische Ordnung organisiert nicht nur den Grundriss; sie erzeugt räumliche Spannung zwischen den Elementen – zwischen dem Kamin und der angrenzenden Wand, zwischen Struktur und Licht – Spannungen, die Beer orchestrierte, um unerwartete räumliche Effekte zu erzielen, die die Geometrie allein nicht vorhersehen konnte.
Ziegel, Holz und Glas sind die drei vorherrschenden Materialien, die mit kompositorischer Klarheit eingesetzt werden, wodurch die innere Sprache trotz der Komplexität des zugrunde liegenden geometrischen Systems lesbar bleibt. Licht wirkt neben ihnen als aktives Gestaltungselement: Beer berechnete, dass Sonnenlicht, das durch die Dachöffnung einfällt, und Nachtfeuerlicht sich unterschiedlich auf den unregelmäßigen pyramidenförmigen Flächen verhalten würden, was einen ständigen Wandel über den Tag und die Jahreszeiten hinweg erzeugt. Form, Textur und Beleuchtung arbeiten zusammen an einer einzigen architektonischen Absicht: Permutation – ein Haus, das Raum für Raum, Stunde für Stunde, Saison für Saison überrascht.
Casa SPI war Gegenstand akademischer Forschung, zuletzt analysiert in einem von der UNAM (2024) veröffentlichten Peer-Review-Artikel in Academia XXII, der ihre Rolle in der Entwicklung der costaricanischen Architekturpraxis untersuchte.

