



















Haus Frowein
Das Schmetterlingshaus befindet sich auf einem Hügel in den Bergen von Bahía Ballena, Kanton Osa, umgeben von Panoramablicken in alle Richtungen. Das Gelände war bereits teilweise bearbeitet worden, wodurch ein dominierendes Plateau entstanden war, auf dem in der Nähe des Gebäudebereichs ein einzelner bedeutender Baum erhalten geblieben war. Aus dieser Landschaft wurden vier Haupterlebnisse identifiziert – Meerblick, Wald, der Baum des Ortes und das westliche Licht in der Dämmerung –, und diese vier wurden zur Organisationslogik des Hauses.
Der Grundriss ist ein Kreuz. Jeder Arm des Kreuzes reicht in eine der vier Landschaftserlebnisse und endet in einer gerahmten Aussicht, die seinen Charakter definiert. Jeder Arm besteht aus zwei parallelen weißen Mauern entlang seiner Längsseiten – unabhängig voneinander, perforiert zur Schaffung von Landschaftsrahmen – mit einer durchgehenden transparenten Innenhaut und einer soliden Außenhaut, die stützt und umschließt. Zwischen diesen beiden Häuten puffert ein Zwischenraum die intensive Sonne und den Regen der Ventanera-Saison und vermittelt zwischen dem Innenklima und den Außenbedingungen.
Die beiden Schiffe teilen eine fast identische formale Sprache, die es ihnen ermöglicht, sich ohne Kollision zu überschneiden – eines steigt am Kreuzungspunkt leicht höher an als das andere. Am Kreuzgang befindet sich die Küche, der Ort, an dem die Bewohner des Hauses am natürlichsten zusammenkommen.
So klein es auch ist, das Haus bietet ein räumlich komplexes Erlebnis. Wenn man seinen Umfang durchwandert, ändert sich die Beziehung zwischen den beiden Schiffen ständig – von völliger Transparenz durch beide Flügel gleichzeitig, die mehrere programmatische Tiefen auf einmal offenbart, bis hin zu plötzlicher Einengung, wo die massiven äußeren Rahmen einen einzigen, präzisen Moment in der Landschaft fokussieren. Die einstöckige Anordnung erweitert die lineare Raumsequenz über die gesamte Länge des Gebäudes und sorgt dafür, dass sich jedes Zimmer zu mindestens zwei Außenfassaden öffnet – eine Anordnung, die sowohl für natürliche Querlüftung als auch für abwechslungsreiche Tageslichtnutzung während des Tages sorgt. Die horizontale Skalierung ermöglicht es dem Haus, sich zu seinem natürlichen Kontext zu verhalten, während seine weißen Linien und geraden Geometrien Kontrapunkt und Referenz innerhalb der Landschaft bilden.
Fotograf in Foto 1-4 Louis Lemaire Startseite
Weitere Fotos mit freundlicher Genehmigung von Murillo+Sanabria
Ort: Uvita, Puntarenas, Costa Rica
Fläche 350m²
Status: Gebaut
Kunde
Sirena Tropical S.A.
Projekt Datum
2008

